MalColm X

Hintergründe zu : Eine Nachricht an die Grasswurzeln

 

“Gandhi war ein großer, dunkler Elefant, der auf einer kleinen, weißen Maus saß. King ist eine kleine, dunkle, schwarze Maus, die ganz oben auf einem großen, weißen Elefanten sitzt.”

Nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs wurde 1877 zum Ausgleich für die abgeschaffte Sklaverei die Rassentrennung eingeführt.  Da auch die Kirche rassengetrennt wurde stellte sie bald das wesentliche Bindeglied & den entscheidenden Freiraum für Selbstorganisation der verschiedenen Kulturen, aus denen die Sklaven & ihre Vorfahren entrissen wurden, dar.

Der Ku-Klux-Klan, die in den Jahren nach der Abschaffung der Sklaverei gegründete Terrororganisation weißer Rassisten, versuchte durch Einschüchterung, Brandstiftung und Lynchmord den Schwarzen das entstandene Selbstbewusstsein wieder auszutreiben.Besonders im Süden war der Staatsapparat von brutalen Rassisten durchsetzt. Im Süden war das Lynchen eine Art “Volksbelustigung”, so wie man anderswo ins Kino gegangen wäre.

In diesem Klima wuchs die von dem 1916 aus Jamaika eingewanderten Schwarzen Marcus Garvey (1887-1940) gegründete Universal Negro Improvement Association (Allgemeine Vereinigung zur Besserstellung der Neger, UNIA) zu einer Massenbewegung, der auch ein gewisser Earl Little als Ortsvorsitzender angehörte.  Dadurch wurde er zeitlebens Opfer von Angriffen des Ku-Klux-Klan.

Am 29. Mai 1925 wird als viertes Kind von Earl und Louise Little, Malcolm, im US-Bundesstaat Nebraska geboren. Am 28. September 1931 wurde Earl Little wahrscheinlich absichtlich überfahren und stirbt. Louise war als alleinerziehende Mutter von sieben Kindern überfordert. Die materielle Lage war äußerst schlecht.

Die sehr lesenswerte Biographie von Malcolm X beschreibt eine von Armut, Rassismus, & Drill dominierte Kindheit. Jugendheime, ein jugendliches „Hipster-“leben in Boston, Drogenkonsum, die New Yorker Unterwelt, Drogendealen, jahrelanges kleinkriminelles Treiben und schließlich 8 Jahre Gefängnis. 

Im Gefängnis konvertiert er zum Islam & tritt der Nation of Islam bei, der er später noch als wichtigstes Zugpferd einigen Einfluss verschafft. Nach der Haft, 1952 war die Lage der amerikanischen Schwarzen alles andere als rosig & die Stimmung im Land seit Jahren gespannt. Er schafft es sich in kurzer Zeit als erfolgreichster Redner der Nation of Islam zu profilieren, wobei er sich jedoch stets auf deren Leiter, Elijah Muhammad bezieht.

1959 löst ein Dokumentarfilm über die Schwarzen Moslems, in dem Malcolm als der prominenteste Vertreter der “Nation des Islam” dargestellt wurde in der weißen Gesellschaft einen Schock aus.  Zeitschriften berichteten daraufhin über die Schwarzen Moslems.

Nach Kennedys Ermordung bekommt er zunächst Redeverbot, bis er sich schließlich 1964 von der Nation of Islam trennt & mehrere Pilgerfahrten unternimmt. Dabei ist er Staatsgast etlicher Länder & Gast einflussreicher Personen bei denen er für Unterstützung für das Anliegen der amerikanischen Schwarzen wirbt. Er  entwickelt & plant seine eigene Form von religiöser Einrichtung & Moschee.

Am 28. Juni führte die “Organisation für afro-amerikanische Einheit” (Organisation of Afro-American Unity, OAAU) ihre erste öffentliche Veranstaltung durch. Das Ziel der Organisation soll Schwarzer Nationalismus, in seiner neuen Bedeutung als Kontrolle der Schwarzen über ihr Lebensumfeld sein. Dazu sollen sowohl politische Kampagnen als auch soziale Programme durchgeführt werden.

Um Gelder und Unterstützung zu erhalten ist er abermals viel auf Reisen, die ihm nicht nur Bekanntheit sondern auch stetig neue Erkenntnisse bringen. Am 21. Februar 1965 wird er bei einer Veranstaltung in Harlem, bei der Malcolm das Aktionsprogramm der OAAU vorstellen wollte, mit einer Schrotflinte erschossen. Die Drahtzieher seiner Ermordung sind bis heute ungeklärt…

Der tote Malcolm wurde für ungezählte schwarze Jugendliche zum Idol, die seine revolutionären & sozialen Ideen aufgriffen, weiterentwickelten und in die Tat umzusetzen versuchten...

Für weitere Informationen:   www.wikipedia.org – Stichwort: Malcolm X  / Black Panthers

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